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<title>Frucht</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Frucht</span></h1>
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<p>Die <b>Frucht</b> (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Latein" title="Latein">lateinisch</a></span> <span lang="la-Latn" style="font-style:italic"><i>frūctus</i></span>, in Fachwörtern <i>-karp(o)-</i> von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Altgriechische_Sprache" title="Altgriechische Sprache">altgriechisch</a></span> <span lang="grc-Grek" class="Grek" style="font-style:normal">καρπός</span>) einer <a href="Pflanze" title="Pflanze">Pflanze</a> ist die Gesamtheit der <a href="Organ_(Biologie)" title="Organ (Biologie)">Organe</a>, die aus einer <a href="Bl%C3%BCte" title="Blüte">Blüte</a> hervorgehen und die die <a href="Same_(Pflanze)" title="Same (Pflanze)">Pflanzensamen</a> bis zu deren <a href="Fruchtreife" title="Fruchtreife">Reife</a> umschließen. Früchte bilden prinzipiell nur die Pflanzen, die einen geschlossenen <a href="Fruchtknoten" title="Fruchtknoten">Fruchtknoten</a> besitzen (<a href="Bedecktsamer" title="Bedecktsamer">Bedecktsamer</a> = Angiospermen). Bei den <a href="Nacktsamige_Pflanzen" title="Nacktsamige Pflanzen">Nacktsamern</a> (Gymnospermen; hierzu gehören Nadelbäume und <a href="Ginkgo" title="Ginkgo">Ginkgo</a>-Baum) entstehen nur freie Samen.
</p><p>An der Bildung einer Frucht können außer dem <a href="Fruchtblatt" title="Fruchtblatt">Fruchtblatt</a> zum Beispiel folgende Organe beteiligt sein: Achsengewebe (beispielsweise der Blütenboden), Blütenhülle, <a href="Spelzen" class="mw-redirect" title="Spelzen">Spelzen</a>. Die Frucht dient der <a href="Ausbreitungsmechanismen_von_Pflanzen" title="Ausbreitungsmechanismen von Pflanzen">Ausbreitung</a>. Je nachdem, ob die <a href="Same_(Pflanze)" title="Same (Pflanze)">Samen</a> von der Frucht eingeschlossen oder im <a href="Fruchtreife" title="Fruchtreife">reifen</a> Zustand freigesetzt werden, unterscheidet man zwischen Schließ- und Öffnungs- bzw. Streufrüchten.
</p><p>Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter Früchten auch <a href="Obst" title="Obst">Obst</a> verstanden und nicht immer zwischen den Samen und der Frucht klar unterschieden.
</p><p>Essbare Pflanzenteile, die gemäß unterschiedlicher Definitionen einerseits <a href="Gem%C3%BCse" title="Gemüse">Gemüse</a> und andererseits Obst zugeordnet sind, werden als <a href="Fruchtgem%C3%BCse" title="Fruchtgemüse">Fruchtgemüse</a> bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausbildung">Ausbildung</h2></div>
<p>Früchte können <i>aerokarp</i> gebildet werden (Luftfrüchtigkeit): Sie reifen an den oberirdischen Sprossteilen. Weiter wird unterschieden:
</p>
<ul><li>Chamelokarp: Diasporen an langer Achse am Erdboden
<ul><li>Euchamelokarp: Arten mit kriechendem Wachstum</li>
<li>Pseudochamelokarp: Achse bei Reife schlaff werdend<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul></li></ul>
<p>Eine weitere Form ist die <i>Basikarpie</i>: Bildung von Diasporen (Früchten) an der Basis einer Pflanze, in der Nähe des Bodens. Früchte können auch <i>geokarp</i> gebildet werden (Erdfrüchtigkeit): Sie reifen unterirdisch.
</p><p><i><a href="Heterokarpie" title="Heterokarpie">Heterokarpie</a></i> (Verschiedenfrüchtigkeit): das Vorkommen verschiedengestalteter Früchte. Eine weitere Möglichkeit ist die <i>Amphikarpie</i> (Doppelfrüchtigkeit): Bezeichnung für Pflanzen, die verschieden gestaltete Früchte auf demselben Individuum hervorbringen, mit gleichzeitig an der Luft und im Boden gebildeten oder reifenden Früchten.
</p><p><i>Pseudokarpie</i> (falsche Erdfrüchtigkeit): Hier rollt/zieht sich der Fruchtstiel zusammen und zieht die Frucht in den Boden.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p><i>Stammfrüchtigkeit</i> (<a href="Kauliflorie" title="Kauliflorie">Kauliflorie</a>): Hier entwickeln sich die Früchte direkt am Stamm oder an verholzten Ästen. Eine Unterform ist die <i>Astfrüchtigkeit</i> (Ramiflorie).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufbau">Aufbau</h2></div>
<p>Eine Frucht besteht aus einem oder mehreren Samen, die von einer Fruchtwand, dem <a href="Perikarp" title="Perikarp">Perikarp</a>, umgeben sind. Beim Perikarp wiederum unterscheidet man drei Schichten:
</p>
<ul><li>Exokarp – äußere Schicht</li>
<li>Mesokarp – mittlere Schicht</li>
<li>Endokarp – innere Schicht</li></ul>
<p>Beim <a href="Pfirsich" title="Pfirsich">Pfirsich</a> auf dem Bild rechts beispielsweise bildet das Endokarp den harten Kern, der den Samen enthält. Das Mesokarp ist fleischig, und das Exokarp bildet die samtige Pfirsichhaut.
</p><p>Das Perikarp wird während des Reifungsprozesses der Frucht aus dem <a href="Fruchtknoten" title="Fruchtknoten">Fruchtknoten</a> der <a href="Bl%C3%BCte" title="Blüte">Blüte</a> gebildet. Für die Einteilung der Früchte ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass der Fruchtknoten aus einem oder mehreren miteinander verwachsenen <a href="Fruchtblatt" title="Fruchtblatt">Fruchtblättern</a> (Karpellen) besteht.
</p><p>Der verbleibende Rest aus <a href="Sprossachse" title="Sprossachse">Sprossachse</a> und <a href="Kelchblatt" title="Kelchblatt">Calyx (Kelchblättern)</a> wird gemeinhin auch als Zilch bezeichnet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einteilung">Einteilung</h2></div>
<p>Früchte kann man nach verschiedenen Kriterien einteilen:
</p>
<ul><li>nach Verschluss der reifen Samen:
<ul><li>Öffnet sich die Fruchtwand nach der Fruchtreife und entlässt sie Samen, so spricht man von einer Öffnungs- bzw. <a href="Streufrucht" title="Streufrucht">Streufrucht</a>.</li>
<li>Bleibt die Fruchtwand dagegen geschlossen und fällt zusammen mit den Samen als Ganzes von der Pflanze ab, so spricht man von einer <a href="Schlie%C3%9Ffrucht" title="Schließfrucht">Schließfrucht</a>.</li>
<li>Werden die Samen bei Reife zwar immer noch von der Fruchtwand umhüllt, aber zerfällt diese in mehrere Einheiten, die einen oder mehrere Samen enthalten können, so spricht man von einer <a href="Zerfallfrucht" title="Zerfallfrucht">Zerfallfrucht</a>.</li></ul></li></ul>
<ul><li>nach Wassergehalt:
<ul><li>Trockenfrüchte: Die Samen befinden sich in einem trockenen und harten Perikarp. Sie können als Öffnungsfrüchte (z. B. Erbse), Schließfrüchte (z. B. Nüsse) und Spaltfrüchte (z. B. Ahorn) auftreten.</li>
<li>Saftfrüchte: Bei Beeren wird das Perikarp in allen seinen Teilen fleischig und saftig, enthält Zucker und ist häufig gefärbt, bei Steinfrüchten nur das Mesokarp und Exokarp.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul></li></ul>
<ul><li>nach Gruppierung an der Pflanze:
<ul><li>Die Früchte können einzeln stehen (Einzelfrucht).</li>
<li>Bilden die Einzelfrüchte eines ganzen <a href="Bl%C3%BCtenstand" title="Blütenstand">Blütenstandes</a> eine Gesamtheit, spricht man von einem <a href="Fruchtstand" title="Fruchtstand">Fruchtstand</a> (z. B. <a href="Linden_(Gattung)" title="Linden (Gattung)">Linde</a>, <a href="%C3%84hre" title="Ähre">Ähren</a> von <a href="Getreide" title="Getreide">Getreide</a>, Weintrauben).</li>
<li>Bei Blüten mit mehreren Fruchtknoten kann es aber auch sein, dass aus jedem Fruchtknoten eine Frucht gebildet wird, diese Früchte aber dann eine Gesamtheit bilden, die normalerweise gemeinsam von der Pflanze abfällt und verbreitet wird. Solche Bildungen heißen Sammelfrüchte (z. B. <a href="Erdbeeren" title="Erdbeeren">Erdbeeren</a>, <a href="Himbeere" title="Himbeere">Himbeeren</a>, <a href="Hagebutte" title="Hagebutte">Hagebutten</a> der <a href="Rosen" title="Rosen">Rosen</a>).</li>
<li>Verwachsen die Früchte eines Fruchtstandes miteinander, so dass sie nur gemeinsam abfallen und verbreitet werden können, so spricht man von einem <a href="Fruchtverband" title="Fruchtverband">Fruchtverband</a>. Morphologisch kann es sich bei den beteiligten Einzelfrüchten um Beeren, Nüsse oder andere handeln (z. B. <a href="Ananas" title="Ananas">Ananas</a>, <a href="Feigen" title="Feigen">Feigen</a>).</li></ul></li></ul>
<p>Diese Fruchtformen werden unten nochmals erklärt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelfrüchte"><span id="Einzelfr.C3.BCchte"></span>Einzelfrüchte</h2></div>
<p>Frucht einer Blüte, aus einem oder mehreren (mit sich selbst verwachsenen) Fruchtblättern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Öffnungs-_bzw._Streufrüchte"><span id=".C3.96ffnungs-_bzw._Streufr.C3.BCchte"></span>Öffnungs- bzw. Streufrüchte</h3></div>
<p>Die Samen werden zur Zeit der Fruchtreife freigegeben. Die Ausbreitung erfolgt hier durch die Samen.
</p>
<ul><li><a href="Balgfrucht" title="Balgfrucht">Balgfrucht</a>: Bei diesen besteht der Fruchtknoten aus nur einem Fruchtblatt, das an der Bauchnaht verwächst und sich bei Fruchtreife auch nur an dieser einen Naht öffnet.</li>
<li><a href="H%C3%BClsenfrucht" title="Hülsenfrucht">Hülsenfrucht</a>: Auch hier besteht der Fruchtknoten aus nur einem Fruchtblatt, das an der Bauchnaht verwachsen ist. Im Gegensatz zur Balgfrucht öffnet sich die reife Frucht aber nicht nur an dieser Naht (der sog. „Bauchnaht“), sondern auch entlang der Mittelrippe des Fruchtblattes, die man in diesem Fall auch „Rückennaht“ nennt. Diese Fruchtform kommt z. B. in der Familie der <a href="H%C3%BClsenfr%C3%BCchtler" title="Hülsenfrüchtler">Hülsenfrüchtler</a> vor.</li>
<li><a href="Kapselfrucht" title="Kapselfrucht">Kapselfrucht</a>: Bei Kapseln besteht der Fruchtknoten aus zwei oder mehreren miteinander verwachsenen Fruchtblättern, die sich bei Fruchtreife auf unterschiedliche Weise öffnen. Je nach Art der Öffnung unterscheidet man folgende Kapselformen. Es gibt daneben auch Kapseln, die unregelmäßig aufspringen und sich nicht einer dieser Formen zuordnen lassen.
<ul><li><a href="Spaltkapsel" class="mw-redirect" title="Spaltkapsel">Spaltkapseln</a>: Die Fruchtknoten öffnen sich an den Scheidewänden der Verwachsung oder entlang der Mittelnerven der Fruchtblätter. In jedem Fall entstehen an der Fruchtwand senkrechte Spalten. Die Kapseln können sich ganz öffnen oder auch nur an der Spitze mit einigen Zähnchen aufspringen oder sich nur entlang der Seite mit Spalten öffnen.</li>
<li><a href="Deckelkapsel" class="mw-redirect" title="Deckelkapsel">Deckelkapseln</a>: Am oberen Ende löst sich ein Kapseldeckel ab.</li>
<li><a href="Porenkapsel" class="mw-redirect" title="Porenkapsel">Porenkapseln</a>: An der Kapselwand entstehen Löcher, durch die die Samen herausfallen.</li></ul></li>
<li><a href="Schote_(Frucht)" title="Schote (Frucht)">Schote</a>, Schötchen: Bei diesen besteht der Fruchtknoten aus zwei oder vier mit sogenannten Plazentarleisten miteinander verwachsenen Fruchtblättern. Bei Fruchtreife lösen sich zwei der Fruchtblätter von den Plazentarleisten und öffnen so die Frucht. Diese Fruchtform kommt z. B. bei den <a href="Kreuzbl%C3%BCtler" title="Kreuzblütler">Kreuzblütlern</a> oder bei einigen <a href="Mohngew%C3%A4chse" title="Mohngewächse">Mohngewächsen</a> vor. Sind die Schoten weniger als dreimal so lang wie breit, spricht man meist auch von „Schötchen“.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Schließfrüchte"><span id="Schlie.C3.9Ffr.C3.BCchte"></span>Schließfrüchte</h3></div>
<p>Samen bleiben bis zur Verbreitung von der Fruchtwand eingeschlossen. Die Ausbreitungseinheit ist die Frucht (vor allem früher – ab einer gewissen Kleinheit – fälschlich auch als „Samen“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bezeichnet):
</p>
<ul><li><a href="Beere" title="Beere">Beere</a>: Bei Beeren ist die Fruchtwand auch bei Fruchtreife noch fleischig oder saftig (Endo- und Mesokarp fleischig, Exokarp häutig – beispielsweise <a href="Johannisbeeren" title="Johannisbeeren">Johannisbeere</a>, <a href="Tomate" title="Tomate">Tomate</a>, <a href="Gurke" title="Gurke">Gurke</a> und <a href="K%C3%BCrbisse" title="Kürbisse">Kürbis</a>). Viele trocknen höchstens kurz vor der Reife noch aus. Regelmäßig austrocknende Beeren, deren Fruchtwand zäh und ledrig wird, werden als Lederbeeren (z. B. <a href="Paprika" title="Paprika">Paprika</a>) bezeichnet. Beeren enthalten meistens mehrere Samen.</li>
<li><a href="Nussfrucht" title="Nussfrucht">Nussfrucht</a>: Nüsse sind meist einsamige Früchte, bei denen die gesamte Fruchtwand (Endo-, Exo- und Mesokarp) holzig oder ledrig geworden ist (z. B. <a href="Gemeine_Hasel" title="Gemeine Hasel">Gemeine Hasel</a>). Bei vielen Pflanzen mit Nussfrüchten ist die Fruchtwand untrennbar mit dem Samen verwachsen. Im Falle, dass der Fruchtknoten oberständig war, spricht man dann auch von einer <a href="Karyopse" title="Karyopse">Karyopse</a> (z. B. <a href="S%C3%BC%C3%9Fgr%C3%A4ser" title="Süßgräser">Süßgräser</a>), im Falle, dass er unterständig war, von einer <a href="Ach%C3%A4ne" title="Achäne">Achäne</a> (z. B. <a href="Korbbl%C3%BCtler" title="Korbblütler">Korbblütler</a>).</li>
<li><a href="Steinfrucht" title="Steinfrucht">Steinfrucht</a>: Steinfrüchte vereinen Merkmale von Beeren und Nüssen. Bei ihnen ist das Endokarp, also die innerste Schicht der Fruchtwand, holzig oder ledrig. Das Mesokarp ist dagegen fleischig, saftig und weich, das Exokarp häutig (z. B. <a href="Vogel-Kirsche" class="mw-redirect" title="Vogel-Kirsche">Kirsche</a>, <a href="Pflaume" title="Pflaume">Pflaume</a>, <a href="Holunder" title="Holunder">Holunder</a> oder <a href="Mandel" class="mw-redirect" title="Mandel">Mandel</a>). Steinfrüchte sind in der Regel einsamig.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zerfallfrüchte"><span id="Zerfallfr.C3.BCchte"></span>Zerfallfrüchte</h3></div>
<ul><li><a href="Spaltfrucht" title="Spaltfrucht">Spaltfrüchte</a>: Bei diesen zerfällt die Frucht bei Reife entlang von Scheidewänden in Einzelteile, die jeweils einem Fruchtblatt entsprechen. Die Ausbreitungseinheit sind Teilfrüchte.
<ul><li><a href="Doppelach%C3%A4ne" class="mw-redirect" title="Doppelachäne">Doppelachäne</a>: Zwei Teilfrüchte, die meist durch einen zentralen Fruchthalter (Karpophor) verbunden sind (z. B. <a href="Doldengew%C3%A4chse" class="mw-redirect" title="Doldengewächse">Doldengewächse</a>)</li></ul></li>
<li><a href="Bruchfrucht" title="Bruchfrucht">Bruchfrüchte</a>: Auch hier zerfällt die Frucht entlang von Scheidewänden in Einzelteile. Aber diese entsprechen nicht jeweils einem Fruchtblatt, sondern Teilen eines oder mehrerer Fruchtblätter. Die Teile sind stets einsamig. Man unterscheidet:
<ul><li>Gliederhülsen: Früchte, die aus einem einzigen Fruchtblatt gebildet sind, aber nicht entlang der Naht aufspringen, sondern quer in jeweils einsamige Teile zerfallen (z. B. <a href="Alpen-S%C3%BC%C3%9Fklee" title="Alpen-Süßklee">Alpen-Süßklee</a>).</li>
<li>Gliederschoten: Früchte aus zwei oder vier Fruchtblättern, die bei Reife quer zerfallen.</li>
<li><a href="Klausenfrucht" title="Klausenfrucht">Klausenfrüchte</a>: Bei diesen zerfallen die Früchte entlang der echten Scheidewände und zusätzlich entlang falscher Scheidewände. Jedes Fruchtblatt bildet also bei Reife mehrere Verbreitungseinheiten, sodass deren Anzahl ein Mehrfaches der Anzahl der Fruchtblätter ist. Bei den mitteleuropäischen Pflanzen zerfällt stets ein aus zwei Fruchtblättern gebildeter Fruchtknoten in vier Teile (z. B. <a href="Lippenbl%C3%BCtler" title="Lippenblütler">Lippenblütler</a>, <a href="Raublattgew%C3%A4chse" title="Raublattgewächse">Raublattgewächse</a>).</li></ul></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sammelfrüchte"><span id="Sammelfr.C3.BCchte"></span>Sammelfrüchte</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Sammelfrucht" title="Sammelfrucht">Sammelfrucht</a></i></div>
<p>Sie entstehen aus einer Blüte mit mehreren oder vielen Fruchtblättern, die je eine eigenständige Einzelfrucht bilden und gemeinsam eine Einheit darstellen. Sammelfrüchte werden nach Art ihrer Einzelfrüchte <a href="Sammelbalgfrucht" title="Sammelbalgfrucht">Sammelbalgfrüchte</a> (<a href="Kolanuss" title="Kolanuss">Kolanuss</a>, <a href="Pfingstrose" class="mw-redirect" title="Pfingstrose">Pfingstrose</a>) mit der Sonderform der <a href="Apfelfrucht" title="Apfelfrucht">Apfelfrucht</a> (<a href="Kulturapfel" title="Kulturapfel">Apfel</a> oder <a href="Kultur-Birne" title="Kultur-Birne">Birne</a>), <a href="Sammelsteinfrucht" title="Sammelsteinfrucht">Sammelsteinfrüchte</a> (<a href="Himbeere" title="Himbeere">Himbeere</a>, <a href="Brombeeren" title="Brombeeren">Brombeere</a>, <a href="Moltebeere" title="Moltebeere">Moltebeere</a>) oder <a href="Sammelnussfrucht" title="Sammelnussfrucht">Sammelnussfrüchte</a> (<a href="Erdbeeren" title="Erdbeeren">Erdbeere</a>, <a href="Hagebutte" title="Hagebutte">Hagebutten</a>) genannt. Von den Einzelfrüchten spricht man bei Sammelfrüchten in der Regel in der Verkleinerungsform. Die Frucht der Himbeere ist beispielsweise eine Sammelsteinfrucht, die aus mehreren verwachsenen Steinfrüchtchen gebildet ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Fruchtverbände"><span id="Fruchtverb.C3.A4nde"></span>Fruchtverbände</h2></div>
<p><a href="Fruchtverband" title="Fruchtverband">Fruchtverbände</a> entstehen aus mehreren oder vielen Einzelblüten eines ganzen Blütenstandes. Aus jeder dieser Blüten geht eine Einzelfrucht hervor. Diese werden aber durch Gewebe der Blütenstandsachse verbunden oder umwachsen oder verwachsen im Zuge der Fruchtreife miteinander, so dass eine <a href="Scheinfrucht" title="Scheinfrucht">Scheinfrucht</a> als Einheit entsteht. Typische Beispiele für Fruchtverbände sind:
</p>
<ul><li>der <a href="Beerenfruchtverband" title="Beerenfruchtverband">Beerenfruchtverband</a> der <a href="Ananas" title="Ananas">Ananas</a> – aus jeder Einzelblüte ist morphologisch eine Beere entstanden</li>
<li>der <a href="Steinfruchtverband" title="Steinfruchtverband">Steinfruchtverband</a> der <a href="Echte_Feige" title="Echte Feige">Feige</a> – der krugförmige Blütenstand umfasst eine Vielzahl winziger Blüten, aus denen Steinfrüchte entstehen</li>
<li>der <a href="Nussfruchtverband" title="Nussfruchtverband">Nussfruchtverband</a> der <a href="Maulbeere" class="mw-redirect" title="Maulbeere">Maulbeere</a></li></ul>
<p>Insbesondere in der Familie der <a href="Maulbeergew%C3%A4chse" title="Maulbeergewächse">Maulbeergewächse</a> (Moraceae) sind Fruchtverbände weit verbreitet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Flugfrüchte"><span id="Flugfr.C3.BCchte"></span>Flugfrüchte</h2></div>
<p>Flugfrüchte sind Früchte mit speziellen Flugeinrichtungen, die an eine Ausbreitung durch den <a href="Anemochorie" title="Anemochorie">Wind</a> angepasst sind. Dazu zählen <a href="Ach%C3%A4ne" title="Achäne">Achänen</a> mit <a href="Pappus_(Botanik)" title="Pappus (Botanik)">Pappus</a> und <a href="Fl%C3%BCgelnuss_(Botanik)" title="Flügelnuss (Botanik)">Flügelnüsse</a> (Samara) sowie spezielle <i>Flügelfrüchte</i> (Pseudosamara), bei denen sich Teile der <a href="Bl%C3%BCtenh%C3%BClle" title="Blütenhülle">Blütenhülle</a> oder des <a href="Bl%C3%BCtenboden" class="mw-redirect" title="Blütenboden">Blütenbodens</a> mit der Frucht zu einer flugfähigen <a href="Diaspore" title="Diaspore">Diaspore</a> verbinden, z. B. <a href="Valven" title="Valven">Valven</a>. Auch können <a href="Vorblatt" title="Vorblatt">Vor-</a> und <a href="Tragblatt" title="Tragblatt">Deckblätter</a> die Frucht flügelartig umgeben oder sackartig einhüllen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Exotische_Frucht" class="mw-redirect" title="Exotische Frucht">Exotische Frucht</a></li>
<li><a href="Feldfrucht" title="Feldfrucht">Feldfrucht</a></li>
<li><a href="Lagerfrucht" class="mw-redirect" title="Lagerfrucht">Lagerfrucht</a></li>
<li><a href="Karpologie" title="Karpologie">Karpologie</a></li>
<li><a href="Bildtafel_Obst_und_Gem%C3%BCse" title="Bildtafel Obst und Gemüse">Bildtafel Obst und Gemüse</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Reinhard Lieberei, Christoph Reisdorff: <i>Nutzpflanzenkunde – begründet von <a href="Wolfgang_Franke_(Botaniker)" title="Wolfgang Franke (Botaniker)">Wolfgang Franke</a>.</i> 7. Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-13-530407-6.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Frucht" class="extiw external" title="wikt:Frucht">Wiktionary: Frucht</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Fruits?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Frucht</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size skin-invert-image" typeof="mw:File"><span title="Wikiquote"></span></span></div><b><a href="https://de.wikiquote.org/wiki/Frucht" class="extiw external" title="q:Frucht">Wikiquote: Frucht</a></b> – Zitate </div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&query=4130857-8">Literatur von und über Frucht</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://131.152.161.2/FMPro?-DB=b.fp5&-Lay=L&-error=B%2Fbfehler.htm&-op=bw&alles=&-op=bw&fam=&-op=bw&gattart=&-op=bw&legende=&-op=bw&herkunft=&-max=6&-format=b%2Fbliste1.htm&-LOP=AND&-Find=Suchen&katmorph=Fr%FCchte">Frucht-Bilder aus dem Bildarchiv der Universität Basel</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.exquisine.de/obst.htm">Früchte mit Bild</a>, nach Jahreszeiten geordnet</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Marie Lhotská: <i>Beitrag zur Termiologie der Diasporologie.</i> In: <i>Folia Geobotanica et Phytotaxonomica.</i> Volume 10, Issue 1, 1975, S. 105–108, <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1007/BF02855106">10.1007/BF02855106</a></span>.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">E. Ulbrich: <i>Biologie der Früchte und Samen ‹Karpobiologie›.</i> Springer, 1928, ISBN 978-3-642-51789-1, S. 32–38.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www1.biologie.uni-hamburg.de/b-online/d02/02f.htm">Früchte und Samen</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Otto_Be%C3%9Fler" title="Otto Beßler">Otto Beßler</a>: <i>Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.</i> Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 22, 62 und 64–65.</span>
</li>
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<div class="klappleiste-kopf"><a class="mw-selflink selflink">Früchte</a></div>
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<p><a href="Fruchtstand" title="Fruchtstand">Fruchtstand</a> |
<a href="Scheinfrucht" title="Scheinfrucht">Scheinfrucht</a>
</p><p><b><a href="Streufrucht" title="Streufrucht">Streufrüchte</a>:</b>
<a href="Balgfrucht" title="Balgfrucht">Balgfrucht</a> |
<a href="H%C3%BClsenfrucht" title="Hülsenfrucht">Hülsenfrucht</a> |
<a href="Kapselfrucht" title="Kapselfrucht">Kapselfrucht</a> |
<a href="Schote_(Frucht)" title="Schote (Frucht)">Schote</a>
</p><p><b><a href="Schlie%C3%9Ffrucht" title="Schließfrucht">Schließfrüchte</a>:</b>
<a href="Beere" title="Beere">Beere</a> |
<a href="Nussfrucht" title="Nussfrucht">Nussfrucht</a> |
<a href="Karyopse" title="Karyopse">Karyopse</a> |
<a href="Ach%C3%A4ne" title="Achäne">Achäne</a> |
<a href="Steinfrucht" title="Steinfrucht">Steinfrucht</a>
</p><p><b><a href="Zerfallfrucht" title="Zerfallfrucht">Zerfallfrüchte</a>:</b>
<a href="Spaltfrucht" title="Spaltfrucht">Spaltfrucht</a> |
<a href="Bruchfrucht" title="Bruchfrucht">Bruchfrucht</a>
</p><p><b><a href="Sammelfrucht" title="Sammelfrucht">Sammelfrüchte</a>:</b>
<a href="Apfelfrucht" title="Apfelfrucht">Apfelfrucht</a> |
<a href="Sammelbalgfrucht" title="Sammelbalgfrucht">Sammelbalgfrucht</a> |
<a href="Sammelbeere" title="Sammelbeere">Sammelbeere</a> |
<a href="Sammelnussfrucht" title="Sammelnussfrucht">Sammelnussfrucht</a> |
<a href="Sammelsteinfrucht" title="Sammelsteinfrucht">Sammelsteinfrucht</a>
</p><p><b><a href="Fruchtverband" title="Fruchtverband">Fruchtverbände</a>:</b>
<a href="Beerenfruchtverband" title="Beerenfruchtverband">Beerenfruchtverband</a> |
<a href="Nussfruchtverband" title="Nussfruchtverband">Nussfruchtverband</a> |
<a href="Steinfruchtverband" title="Steinfruchtverband">Steinfruchtverband</a>
</p>
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